Ein Jahr unter Pfadfindern

24. Ein eher ungewöhnliches Alter um Pfadfinder zu werden, möchte man meinen. Ein knappes Jahr nach meinem Quereinstieg in den VCP blicke ich zurück wie es von statten ging und was sich alles seit dem getan hat.

Angefangen hatte alles damit, dass man mich fragte, ob ich bei einem Apfelsaft-Wochenende des Stammes Martin Luther Lumdatal mithelfen wolle. Mit eigentlicher Pfadfinderei hatte das noch relativ wenig zu tun, mal ganz davon abgesehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt, außer den typischen Klischees, noch kaum Ahnung hatte, aber es ist als mein erster Kontakt mit den Aktivitäten der Spezies Homo Scoutensis festzuhalten.

Atze auf dem Apfelsaftlager 2011

Atze auf dem Apfelsaftlager 2011 (auf dem Bild rechts unten)

Im Sommer 2013 begleitete ich selbigen Stamm auf ihrer Sommerfahrt nach Ungarn, wo ich eine sehr schöne Zeit hatte und schon eher eine Vorstellung davon bekam, wie es so laufen kann, auch wenn auf Grund der extremen Hitze auf verschiedenes wie ein Hajk verzichtet wurde und es eher wie ein sommerlicher Urlaub war. Ich durfte mich dort auch als Koch versuchen, was wohl gut ankam und man fragte mich auch schon, ob ich nicht auch auf das Bundeslager mitkommen wolle, was ich noch belächelnd mit einem „mal schauen“ abtat, aber dazu später mehr. Nach Ungarn war ich zugegebenermaßen recht erschöpft, nicht nur wegen der langen Autofahrt, welche mir als Materialtransport oblag, aber ich fühlte mich gut, glücklich.

Genau genommen lässt sich der Anfang von allem noch viel früher setzen. In der elften Klasse lernte ich Heiko kennen. An einigen Wochenenden war dieser wegen „Pfade finden“ unterwegs, das wusste man. Über ihn machte ich Bekanntschaft mit Jonas, ebenfalls dieser Sache zugehörig. Beide sind nun schon lange enge Freunde von mir, welche ich nicht missen möchte. Mit letzterem wohne ich mittlerweile in einer WG, welche noch eine weitere Pfadfinderin beherbergt. Bereits lange vor meinem Beitritt lernte ich viele interessante Menschen kennen, auch außerhalb der Region, wobei sich mein Verständnis von diesem Begriff noch wandeln sollte.

Aber nun ans Eingemachte: Man lud mich ein mit dem VCP Hessen auf dem Donnerskopf Silvester zu feiern. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir, „jetzt steckst du schon so tief drin, kannste dich auch gleich anmelden.“ Ruckzuck ratterte meine Anmeldung durchs Landesbüro und pünktlich zum 1.1.2014 war ich offiziell Mitglied im VCP. So schnell kann es gehen.

Von da an ging alles Schlag auf Schlag: Ein ungemein großer Bekanntenkreis baute sich zusätzlich neben meinem „normalem“ Umfeld auf, ich wurde in die Stammesarbeit eingespannt und war bei allem dabei wo ich nur konnte, von der Meute bis hin zu Überregionalem, wo man mich eben brauchte. Man wird zum Stammeskoch gemacht, bereitet das Stammeslager mit vor, wird aufgenommen und bekommt sein Halstuch, ist Teil weiterer Lager, fährt auf Netzwerktreffen, als Techniker auf das Bundeslager et cetera. Nicht immer war es einfach, häufig sogar ziemlich fordernd, vom ständigen Schlafmangel ganz zu Schweigen, aber man wuchs mit seinen Aufgaben und Erfahrungen, tauchte immer weiter ins Pfadfinderleben ein, sodass aus einem Hobby eine hohe Priorität wurde, als hätte man nie etwas anderes gemacht. Auch wenn mir im Gegensatz zu den meisten vieles fehlt, wie etwa in einer Sippe groß zu werden oder eine eigene zu haben, niemals möchte ich meine Entscheidung rückgängig machen wollen. Der herzliche Umgang miteinander, die positive Resonanz und Anerkennung, immerzu Neues kennenlernen und die daraus resultierende Motivation an sich selbst zu arbeiten sprachen mich sehr an. Viele Menschen meines Umfelds zeigten sich erstaunt, als sie erfuhren, dass ich nun Pfadfinder sei, könnten sich das nur schwer vorstellen. Einige Pfadfinder dagegen waren teils verwundert, dass ich erst seit so kurzem dabei sei, was wohl dafür spricht, wie wohl ich mich fühle. Weshalb mich zunächst viele nicht in der Rolle des Scouts vorstellen konnten, liegt wohl an den amerikanisch geprägten, para-militärischen Klischees. Wie fern oder nah die Realität daran sein kann, merkte ich durch Kontakt mit anderen Stämmen, Regionen und Pfadfinderbewegungen, die verschieden weitreichenden Auslegungen und der Einfluss des Bündischen.

Es ist wahrlich nicht immer alles blumig, aber darum geht es ja, es eben besser zu machen. Ich kann jedem empfehlen sich mal ein wenig Pfadfinderisches in seinem Leben zu geben. Vieles mag etwas befremdlich und eigenartig wirken, wer ganz frisch damit in Kontakt kommt und auch wenn es einen nicht dazu hinreißt es selbst zu werden, wird es mit Sicherheit doch ein Erlebnis sein, ist man offen für das was geboten wird und noch wichtiger, was man alles selbst leisten kann.

Gut Pfad, Matthias aka Atze

Lumdataler Pfadfinder holen das Friedenslicht

Im Jahre 1986 wurde vom österreichischen Fernsehsender ORF eine Aktion losgetreten, die bis heute wächst: Das Friedenslicht von Betlehem. Im Zentrum dieser Aktion steht eine Flamme, die jedes Jahr in der Geburtsgrotte Jesu entzündet wird. Von dort aus wird sie mit dem Flugzeug nach Wien gebracht, wo sie in einem Aussendungsgottesdienst an Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus mehr als 30 Ländern übergeben wird.
Die Pfadfinder empfangen die Flamme dort und machen sich mit der Bahn oder dem Flugzeug auf in ihre Heimat, um das Licht und die Idee des Friedens auch dort weiter zu verbreiten.

In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto „Friede sei mit dir, Shalom, Salam.“, und soll auf die Probleme und den nötigen Dialog zwischen den drei monotheistischen Weltreligionen aufmerksam machen.

Die Lumdataler Gruppe des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) war schon ab Sonntag in der Grünberger Stadtkirche zu Gast und feierte den Advent und das vergangene Jahr. In verschiedenen AGs wurden Plätzchen gebacken, Lederringe für das Pfadfinderhalstuch geflochten, Christbaumschmuck gebastelt und Lebkuchenhäuschen gestaltet. Die abendliche Adventsfeier wurde mit dem Gruselspiel „Die Werwölfe vom Düsterwald“ eröffnet, um dann später in andächtiger Stimmung gemeinsam zu singen, Tschai zu trinken und die zuvor gebackenen Plätzchen zu essen.

Am nächsten Tag hieß es gleich nach dem Frühstück aufräumen, um mit dem Zug zum Friedenslichtgottesdienst nach Fulda zu fahren. Zusammen mit anderen Pfadfindern aus Marburg, Bad Nauheim und Kirtorf (Vogelsberg) verging die Zugfahrt wie im Flug.
Im ökumenischen Fuldaer Gottesdienst waren zwei syrischstämmige Deutsche zu Gast, die vom Besuch ihrer Heimat im Sommer berichteten. Sie kritisierten die die Folgen des Krieges und berichteten über ihre gefährliche Einreise. Der mit Bildern untermalte Bericht verdeutlichte die Reichweite des Krieges zusätzlich. Nachdem das Licht von den vier Besuchern des Wiener Gottesdienstes übergeben wurde, zündeten die Besucher gegenseitig ihre Kerzen an dieser Flamme an um das Symbol des Friedens zu verbreiten.

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Die Lumdataler Pfadfinder begaben sich nach dem gemeinsamen Abschlusskreis und einer kurzen Wartezeit mit dem Zug zurück in ihre Heimat. An jeder Haltestelle stiegen zwei von ihnen mit entzündeten Kerzen aus, um das Friedenslicht an die schon am Bahnsteig wartenden Menschen zu verteilen. Dank guter schneller Übergabe des Lichtes und guter Koordination mit der Hessischen Landesbahn traf diese mit nur leichter Verzögerung schließlich in Gießen ein.

In dieser Woche sind Pfadfinder aus verschiedenen Ecken Deutschlands in Berlin zu Gast, um das Friedenslicht in die Bundesministerien zu bringen und so an den Frieden zu erinnern. Die Lumdataler Pfadfinder leisteten ihren Anteil daran durch das Verteilen aus den Zügen und werden am 21. Dezember sowohl dem katholischen Gottesdienst (09:30 Uhr), als auch den evangelischen Gottesdienst (10:30 Uhr) in Londorf besuchen. In Allendorf/Lumda wird die Flamme des Friedens dann an Heilig Abend um 16:00 Uhr in der evangelischen Kirche gebracht. Die Besucher, die die Flamme mit in ihr zuhause nehmen wollen, sind gebeten Kerzen mitzubringen.

Die Hallig Hooge

Liebe Pfadis,

im nächsten Jahr geht es für unseren Stamm vom 14. bis 24. August 2015 auf die Hallig Hooge. Die Insel ist nur 5 Meter über dem Meeresspiegel.
Wir sind auf einem Zeltplatz direkt am Meer. Auf der Hallig gibt es keine Autos, und der nächste Supermarkt ist auch ein Stück weg, es wird ein Abenteuer!

hallig-hooge-mit-warftBild von: http://www.traum-ferienwohnungen.de/reisemagazin/nationalpark-wattenmeer-unesco-welterbe/

Wer sich schonmal darauf einstellen will, dem empfehle ich den Beitrag des ZDF, den ich unten eingebunden habe.

Ab Minute 9:30 könnt ihr kurz unseren Gastgeber auf der Insel sehen: Leif und seine Frau Swantje auf der Volkertswarft, vielen Dank für dafür an Heiko!

Gut Pfad, Jonas

Altstadtfest des Nikelsmarkts 2014

Am Sonntag war Altstadtfest anlässlich des 644. Nikelsmarkts in Allendorf. Das lockte wieder viele Besucher, Marktbeschicker und Vereine. Auch die Pfadfinder von Stamm Martin Luther Lumdatal waren dabei!

Nikelsmarkt Pfadfinder

Bei der evangelischen Kirche in Allendorf haben Sie ihr großes Schwarzzelt, die Jurte, aufgebaut. Zwar kann man im Zelt auch Feuer machen, jedoch war so schönes Wetter, dass sie ihre Feuerschale raus gestellt hatten. Stockbrot gab es für Jeden und bei schöner Glut wurde das richtig lecker und knusprig! Den Tschai, ihr Traditionsgetränk, mit verschiedenen Fruchtsäften mit Tee, Gewürzen und Früchten aufgekocht, konnte man erwerben. Für die „Großen“ gab es den auch mit Wein. An kühlen Tagen super und am Feuer gleich viel gemütlicher.
Man konnte gemütlich am Feuer sitzen und dem Klang der Gitarre und Ukulele lauschen.

Das Planungs- und Aufbauteam hat alles gegeben und es war eine sehr schöne Veranstaltung.
Im nächsten Jahr kommen die Pfadis wieder, mit Stockbrot und Tschai und freuen sich über viele Besucher.

Gut Pfad, Selina

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„Papas, Knollen und Erdäpfel“

Es waren Herbstferien im Lumdatal, da haben sich die Pfadis der Gruppe „Meute Balu“ vom 30.-31.10. in Londorf zum Lager über die „dolle Knolle“ getroffen. Mit Schlafsack und Isomatte bepackt kamen 11 Wölflinge und 5 Betreuer zu den Gemeinderäumen der evangelischen Kirche.
Dann ging’s los und die Wölflinge im Alter von 6-10 Jahren wurden bei einem Geländespiel auf den Prüfstand gestellt. In Gruppen sind sie losgezogen zu Stationen rund um die überaus vielfältige Kartoffel: Wann wird sie angebaut? Wie pflanzen die Bauern sie überhaupt? Woher kommt die Knolle? Worin steckt überhaupt überall Kartoffel? Was kann die Stärke aus der Kartoffel so tolles?
Zurück bei den Jugendräumen, machten sich unsere Köche ans Werk. Kartoffeln – natürlich!
Nicht nur weil alle hungrig waren, sondern auch weil das Küchen Team seinen Job versteht, waren alle sehr zufrieden und satt geworden.
Um das abzurunden wurde danach in gemütlicher Runde der uralte Peter Lustig Klassiker „Eine dolle Knolle“ geschaut. Obwohl alle satt waren, kam der ein oder andere auf die Idee am liebsten Bratkartoffeln, Chips und Pommes essen zu wollen. Die Kinder wetteten schon was es wohl am nächsten Tag aus Kartoffeln zu essen geben würde.
Dunkel war es längst und die Kinder konnten ihren Schlafplatz herrichten. Besser ist das, denn nach dem folgenden Singeabend sind die meisten zu müde dafür und würden es gar nicht mehr schaffen.

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Bei Tschai, dem Traditionsgetränk der Pfadis, Gitarren- und Ukulelenklängen, Singsang, Keksen und Gummibärchen wurde es gemütlich. Der Kerzenschein lud zum Schlummern ein, doch die meisten schafften es davor noch in den Schlafraum.
Nachdem der letzte ruhig wurde, gab es für die Wölflinge noch etwa 1 ½ Stunde Schlaf; für die Betreuer eine Tasse Kaffee. Denn der große Spaß der Betreuer war das Wecken zur Nachtwanderung- das MUSS man einmal mitgemacht haben! Als Kind, wie auch als Betreuer.
Eigentlich ist das Highlight bei jedem Lager der Singeabend mit Tschai, bei diesem Lager war es wohl eher die Nachtwanderung.
Gute 3 Kilometer in der Dunkelheit ging es im Feld bis zu einem Platz. Fast ganz im Dunkeln, weil es sehr außerhalb und bewölkt war.
Es war wieder Zeit für ein Ritual. Vier Kinder aus unserer Gruppe haben sich jahrelang gut entwickelt und sind nun so alt um in eine kleinere Gruppe, die Sippe, zu kommen. Außerdem wurden zwei weitere nun durch das symbolische Halstuch zu unserer Meute Balu aufgenommen.
Zurück ging es wesentlich schneller als hin, da wollten wohl einige weiter schlafen.
Am nächsten Morgen war dann alles etwas später, aber dank des wunderschönen goldenen Oktobers, ging’s raus zur Andacht. Eine Geschichte und ein paar Lieder rund um Toleranz. Danach zum Auspowern in den Burggarten. Parallel bereiten die Betreuer die AG’s vor: Chips selber machen, Kartoffeln aushöhlen und schnitzen wie Kürbisse, und Pommes selber machen.
Wie einfach so Chips und Pommes selber machen doch war und vor allem wie unglaublich lecker!
Ziemlich müde wurde schnell gemeinsam aufgeräumt. Nur weil alle mit angepackt haben ging das sehr schnell. Ein paar Bilder zum Schluss und die ersten Eltern standen bereit ihre Kinder abzuholen. Ein sehr schönes, harmonisches und erkenntnisreiches Lager ging zu ende.
Außerdem bekam jeder das, dankenswerter Weise von ZDF zugeschickte, Heft von Peter Lustig rund um „die dolle Knolle“ und einen Aufnäher, der uns alle immer an das Lager erinnern wird. Nebenbei ein großes Dankeschön an das sehr fähige und spontane Betreuer-Team.

Gut Jagd, Selina

Schwedenfahrt der Region Kurhessen 2014

Mitten in der Nacht treffen sich einige schwer bepackte Gestalten in Londorf und beladen Autos. Ihr Ziel: Zehn Tage Blidingsholm, Småland, Schweden. Die Gruppe ist euphorisch, wenn auch nicht ganz frei von Zweifel, ob es denn eine gute Idee war die Gunst der späten Stunde auf Deutschlands Autobahnen zu nutzen. In zwei Busschen und einem Auto mit Anhänger beginnt die Fahrt nordwärts. Marburg, Bad Hersfeld, Fulda, Hettenhausen und Lumdatal sind vertreten, unterwegs sammelte man noch in Hann Münden Katrin ein. War es in den Gefährten zu anfangs noch laut und lebhaft, wurde es doch spätestens nach dem ersten Fahrerwechsel zunehmend stiller und der Schlaf überkam alle, sodass nur ich als Fahrer die eindrucksvolle Szenerie des nächtlichen Hamburger Hafens bestaunen konnte oder zumindest so gut es die Verkehrssicherheit mir erlaubte.

In den frühen Morgenstunden wurde Halt in Flensburg gemacht um zu tanken und das Notwendigste an Lebensmitteln einzukaufen, bevor es über die Grenze via Dänemark nach Schweden gehen sollte, zuvor wieder Fahrerwechsel, damit ich auch mal in den Genuss weniger Stunden unerholsamen Schlafes kommen sollte.

Man hatte sich für den Landweg und Brücken entschieden und wir überquerten die gewaltigen Bauwerke, welche uns über die See bringen sollten mit Staunen. Im Nu war man auch schon an den schwedischen Gestaden, wo nach einigen Schwierigkeiten mit der Brückenmaut uns zunächst der Zoll in Empfang nahm, dessen obligatorisches Verhör wir aber souverän meisterten, wobei bei einigen von uns bis dato noch nicht ganz angekommen war, dass unser Zielort Blidingsholm und nicht Blindingsholm heißt, aber weiter im Geschehen. Von Malmö aus waren es nur noch wenige Stunden bis zu unserem Bestimmungsort – „Sind wir bald da?“

Vierzehn Stunden Fahrt. Eigentlich mit zwei Fahrern leicht zu bewältigen, aber die Nacht hatte doch einigen Verschleiß am Menschen gezeigt. Aber egal, nach kurzer Verwirrung was die Platzzuteilung anging, vollzog sich auch schon direkt der Aufbau. Außerhalb eines alten Hofgutes, umgeben von Bäumen, quasi im Wald, direkt am See und anderen deutschen Pfadfindern in der Nachbarschaft, richteten wir uns auf die kommenden Tage ein; Kanufahren, Angeln, Elche, Kalmar und ja, auch Ikea, der weltweit erste, in Älmhult, sollten uns begeistern.

Das Wetter sollte meist etwas unbeständig werden, die ein oder andere nasse Kohte blieb da leider nicht aus, aber es war gut genug um fast alle unsere Vorhaben umzusetzen, wie auch den kleinen Kanuhajk über den See Åsnen zu einem alten Bauernhof, wo man in einer Scheune übernachtete. Und nein, niemand fiel ins Wasser… zumindest nicht gänzlich.

Apropos Wasser. Das Angeln war ja schon lange im Voraus geradezu fiebrig von vielen erwartet worden. Tagelang probierten unsere jungen Experten alle Techniken und Tricks der Fischerei, aber ohne Erfolg, bis schließlich Heiko, mit nichts weiter als einem Stock, Haken, etwas Schnur, Korken und Brot gleich zwei mal Petri Heil hatte. Meine waidmännischen Kenntnisse wurden dann noch missbraucht, um die unschöne Arbeit zu verrichten, bevor die Beute später von Jonas über dem Lagerfeuer mit einer Prise Salz zubereitet wurde – Smaklig måltid!

Glasblaswerkstätten, Elche beobachten, Erlebnisbäder, Oldtimer-Schrottplätze, Minigolf… ab und an teilte sich die Gruppe auf, damit man allen Vorhaben, jedem wie es beliebte, nachkommen konnte, sodass gemütliches Verweilen im Lager durchaus angenehm war, statt langweilig, wo am Feuer mit Spielen, Singerunden und anderem die Zeit vertrieben wurde. Von unseren Exkursionen möchte ich den Tagesausflug nach Kalmar hervorheben. Am Meer gelegen, mit schöner, lebhafter Altstadt, Barock Dom, Schloss und trächtig an Geschichte was Skandinavien angeht, Stichwort Kalmarer Union und die Wasa, erkundeten wir zunächst in Kleingruppen die Straßen, bevor man sich später zur gemeinsamen Besichtigung des Schlosses wiedertraf.

Auf das Essen möchte ich nicht näher eingehen, Eigenlob stinkt bekanntermaßen, aber Jonas und ich können wohl mit Recht behaupten, dass wir uns sehr gut geschlagen haben. Es wurde sich ja auch Mühe gegeben und man verwöhnte die Truppe mit Porridge und anderen Schmankerl. Natürlich ließ man auch landesübliches mit einfließen, sodass es beispielsweise, wie könnte es auch anders sein, mal Köttbullar – mit Kartoffelbrei und Sauerkraut – gab. Des weiteren wurde die schwedische Eigenart alles mögliche aus Tuben zu konsumieren sehr freudig angenommen: Fischpaste, Krabbenpaste, Krebspaste, Käse, Käse mit Salami-Geschmack, Birne, Speck und vielem, vielem mehr. Mein persönliches kulinarisches Highlight: Chips mit Dill. Also richtige Chips, keine Paste.

Aus Mehrerlei Gründen fuhr man einen Tag früher als ursprünglich geplant wieder nach Hause, diesmal allerdings durch den Tag, statt Nacht, was doch wesentlich angenehmer war, trotz mehrheitlich angeschlagener Gesundheit. In Malmö wurden wir noch Zeuge einer kleinen Natur-Katastrophe, als Teile der Autobahn und einige Straßen überflutet wurden, was zu heillosem Verkehrschaos führte und jedes Gefährt auf sich selbst gestellt durch die überfüllte Stadt kämpfen musste.

Gegen drei Uhr in der Frühe traf man schließlich wieder in Londorf ein. Einige mussten sich schon früher verabschieden, der Rest machte noch etwas Ordnung am folgenden Tage, bevor man sich trennte und die Schwedenfahrt der Region Kurhessen offiziell beendet war.

Ich denke, dass jeder eine sehr schöne Zeit hatte, die flexible Handhabung des Ablaufs relativ gut funktionierte und auch ankam, wie es bei einer Fahrt für Ranger/Rover zu erwarten sei. Ich selbst bin nach gut einem Monat unterwegs auf Grund des kurz zuvor stattgefundenen kräftezehrenden Bundeslagers zwar ganz froh, auch mal wieder unter ’normalen‘ Umständen zu leben, aber werde mich immer wieder gerne an die Zeit in Blidingsholm erinnern.

Gut Pfad, Matthias „Atze“ Müller

Das Kirchenjubiläum

Die Kirche wird 150 Jahr alt!

Die Kirche?

Ich meine hier nicht die christliche Gemeinschaft, auch nicht die evangelische Gemeinschaft. Ich beziehe mich nichtmal auf unsere Kirchengemeinde, die ist nämlich schon deutlich älter.

Wenn man Sonntags „in die Kirche geht, hat das ja auch 2 Bedeutungen. Natürlich: man geht in den Gottesdienst und tritt in Dialog mit seinen eigenen Gedanken, meistens angeleitet von einem Pfarrer. Aber man geht auch ganz praktisch in die Kirche. Und damit meine ich jetzt das Gebäude Kirche. Dieses wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Und auch das ist nur die halbe Wahrheit… Das Kirchenschiff wird nämlich 150 Jahre alt, der Turm ist schon um einiges älter!

Der erste Hinweis ist im Jahre 1226 n. Chr. zu finden. Dort hat am heutigen Ort der Kirche zumindest auch schon ein Gotteshaus gestanden. Der heutige Turm ist aus dem 13. Jahrhundert. Das Kirchenschiff ist in so einigen Kriegen immer wieder zerstört und neu errichtet worden, die heutige Version wurde von 1861 bis 1864 erbaut, also genau vor 150 Jahren eröffnet. Wer sich genauer informieren will, dem sei der Artikel in der Wikipedia empfohlen. Noch besser ist es natürlich, wenn man sich direkt vor Ort, nämlich am Anschauungsobjekt der Geschichte bewusst wird. Dazu gibt es am kommenden Samstag und Sonntag die Gelegenheit:

Samstag, 19.07.2014

15:00 – 17:00 Uhr: offene Kirche mit Führung und Erläuterungen
19:00 – 21:30 Uhr: Konzert mit Chor Chorona aus Buseck

Sonntag, 20.07.2014 

10:30 – 12:00 Uhr: Festgottesdienst mit Ev. Kirchenchor und Gesangvereinen Kesselbach und Winnen
12:30 – 14:00 Uhr: Mittagessen am Gemeindezentrum
ab 15:00 Uhr:        Kaffee & Kuchen

Während dem Gemeindefest wird für Unterhaltung gesorgt sein, ebenso wird es von uns Pfadfindern eine Kinderbetreuung geben. Also auch die kleinsten kommen auf ihre Kosten.

Die ganze Kirchengemeinde sowie insbesondere auch wir freuen uns über viel Besuch, auch mal von jungen Familien. Die sind in den Kirchen ja traditionell eher rar gesät.

Gut Pfad, Jonas Höchst

Neue Kohte für Lumdatal-Pfadfinder

Der folgende Bericht ist aus der Gießener Allgemeinen Zeitung entnommen:

 

Kohte

Über eine neue Kohte für sechs bis acht Personen freuen sich die Pfadfinder vom Stamm „Martin Luther“ Lumdatal im Verband Christlicher Pfadfinder. Die Gruppe besteht aus rund 35 Kindern und Jugendlichen und steht interessierten jungen Leuten offen. Die neue Kohte konnte dank einer Spende über 700 € der Stiftung der Sparkasse Grünberg angeschafft werden. Zur Spendenübergabe waren Vorstandsmitglied Silvia Linker und der Leiter Marketing Josef Hornik nach Londorf zu den Pfadfinder gekommen.

(aso)/Foto: Sommer

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